Am 12.06.2026 war es endlich so weit: Der von der Fischereibiologischen Station Ems-Hase initiierte und geplante Einbau von Treibselfängern im Unterlauf des Hakengrabens (Gemeinde Geeste, Emsland) konnte erfolgreich durchgeführt werden.

Dank der planerischen Unterstützung des LFV Weser-Ems sowie des großen Rückhalts durch den Landkreis Emsland, die Untere Wasserbehörde und den Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Nr. 94 „Große Aa und Ems I“ ließ sich die Maßnahme reibungslos umsetzen.

Die praktische Durchführung übernahm der Angelverein Rühle 1959 e.V. Der 1. Vorsitzende, Marek Hülsmann, stellte ein hervorragend eingespieltes Team zusammen, das die Arbeiten präzise und professionell ausführte. Insgesamt wurden unter großem körperlichem Einsatz rund 400 Holzpfähle für den Einbau der Treibselfänger und damit als Strukturbildner in die Gewässersohle eingearbeitet. Für die tatkräftige Unterstützung des Vereins sind wir sehr dankbar und freuen uns, solch engagierte und verlässliche Partner in der Region an unserer Seite zu wissen.

Die Maßnahme fügt sich ideal in die bereits umgesetzten und geplanten Gewässerentwicklungsmaßnahmen am Hakengraben ein. Flussaufwärts schließt sie unmittelbar an eine Sohlgleite an, die eine zuvor für Fische unpassierbare Sohlschwelle ersetzt hat. Flussabwärts wird sie künftig nahtlos an eine Laufverlängerung im Mündungsbereich des Hakengrabens anknüpfen.

Die eingebauten Treibselfänger besitzen großes Potenzial, dem bislang strukturarmen Hakengraben wieder naturnahe Strukturen zu verleihen und damit die gesamte Flora und Fauna des Gewässers zu fördern. Sie wirken als Strömungslenker, indem sich Treibgut aus terrestrischen und aquatischen Pflanzen an den Pfählen verfängt. Dadurch wird die Gewässerdynamik erhöht und die in begradigten Gewässern häufig geringe Strömungsdiversität deutlich verbessert.

Im Kopfbereich der Treibselfänger entstehen tiefere Rinnen, die insbesondere größeren Fischarten die Durchwanderung erleichtern. Gleichzeitig führt die punktuelle Verengung des überbreiten Grabens zu Bereichen mit erhöhten Fließgeschwindigkeiten. Dies fördert die natürliche Selbstreinigung der Gewässersohle, sodass der bislang überwiegend schlammige Untergrund stellenweise wieder sandige Bereiche ausbilden kann. Gerade für Arten wie den geschützten Steinbeißer (Cobitis taenia) entstehen dadurch wertvolle Lebensräume.

Bei höheren Abflüssen im Winter und Frühjahr übernehmen die Treibselfänger eine weitere wichtige Funktion: In den strömungsberuhigten Bereichen hinter den Strömungslenkern entstehen Rückzugsräume, die in strukturlosen Gräben sonst kaum vorhanden sind. Sie bieten zahlreichen Fischarten und anderen Wasserorganismen Schutz vor starken Strömungen.

Darüber hinaus dienen die von den Treibselfängern zurückgehaltenen Pflanzenreste als wichtige Nahrungsgrundlage für viele aquatische Wirbellose. Vor dem Einbau der

Strukturen wurde dieses organische Material weitgehend aus dem Gewässer ausgetragen und stand dem lokalen Nahrungsnetz nicht mehr zur Verfügung.

Insgesamt sind wir mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Maßnahme sehr zufrieden. Die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten hat wesentlich zum Erfolg beigetragen. Der Einbau der Treibselfänger stellt einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität im Hakengraben dar – und damit auch für die Ems, mit der das Gewässer verbunden ist.